Totentafel 1914 – 1918 der Kirche Frühbuß

Totentafel 1914 – 1918 der Kirche Frühbuß

Dieser Artikel befasst sich mit der Totentafel 1914 – 1918 der Kirche Frühbuß in Böhmen.

Hubert Kunzmann hat im Grenzgänger in der Ausgabe Nr. 51 einen interessanten Artikel über die Totentafel 1914-1918 in der Kirche in Frühbuß/Přebuz veröffentlicht. Mit Hilfe der dort zu den Personen angegebenen Geburtsjahre war es ihm möglich für die meisten Personen die Geburtseinträge in den Pfarrbüchern von Frühbuß / Sauersack / Hochofen zu recherchieren.

4 Gedanken zu „Totentafel 1914 – 1918 der Kirche Frühbuß

  1. ich bin ineinem kleinen Dorf (1946 waren es 115 Hause und ca. 500 Bewohner) namens Gängerhof bei Petschau im Kreis Tepl geboren. Den Ortsteil, in dem wir wohnten nannten die Leute “Fribus”. Könnte es sein, dass um 1850 Familien aus Frühbuß hier siedelten?

    1. Sehr geehrter Herr Kraus,

      das wäre schon möglich, allerdings ist uns bislang keine solche Verbindung bekannt. Beim einem ersten kurzen Blick in die Pfarrbücher von Petschau ist mir keine Häufung von Familiennamen aus Frühbuß aufgefallen. Da müsste man genauer nachsehen. Woher kommt ihre Vermutung dass die Familien “um 1850” nach Gängerhof (jetzt: Chodov) umgezogen sein könnten?

      Freundliche Grüße, Gerald Kunzmann

  2. [ Prager Tagblatt – 19080802 – Seite 4 ]
    ikrager iTsAblüN Ur. 211
    8eit« 4
    2. !^uZust löüb
    Manne und ihren zwei Kindern in einer Höhl«

    Prager Tageblatt Februar 1908
    ……
    „ Manne und ihren zwei Kindern in einer Höhle Scheuersand ausgraben wollen. Die Höhle sei plötzlich abgestürzt und hierbei seien alle Personen verschüttet worden. Bevor die Frau, die nur leichtere Verletzungen erlitten hatte, befreit war, stießen die Leute auf ihre 18jährige Tochter, die aber bereits erstickt war. Die Hilfsaktion ging sehr langsam vor sich, da die abgestürzte Sandmenge, die einzudämmen war, etwa 15 Kubikmeter betrug. Als der Mann bis zur Brust freigelegt worden war, bemerkte man, dass er noch Lebenszeichen von sich gebe. Er hatte fast dreiviertel Stunden unter dem Sande gelegen. Der Mann hatte den Brustkorb eingedrückt und außerdem noch andere schwere innere Verletzungen erlitten. ER wurde bewußtlos zur Seite gebettet. Bei der weiteren Ausgrabung fand man die Leiche des 19jährigen Sohnes.
    Der Vater, der auch inzwischen nicht das Bewußtsein erlangt hatte, wurde nun sofort in das Spital nach Eger überführt. Sein Zustand ist hoffnungslos. Die Leichen der zwei Kinder der Familie wurden in die Totenhalle nach Wildstein gebracht.
    Die Verunglückten sind die Familie Kunzmann aus Frühbus bei Graslitz. Die Familie betreibt den Handel mit Scheuersand und ist, weil sie damit von Ort zu Ort wandert, im ganzen Egerland gut bekannt. Die Leute wollten heute früh in der Höhle, in der das Unglück geschah, wieder Sand aufladen, da sich dort eine Ader von Waschsand befindet.“

    Sehr geehrte Nachfahren der Familie Kunzmann,
    das Vogtländische Freilichtmuseum Landwüst/Eubabrunn plant eine Ausstellung zu dem Thema “Mensch und Stein im Oberen Vogtland” (Arbeitstitel). Es geht dabei im wesentlichen , um die in den Museumsteilen befindlichen Objekte aus Granit und Theumaer Fruchtschiefer. Es handelt sich dabei z.B. um Tür-und Fenstergewände, Brunnen-u. Futtertröge, Pechsteine u.m. Granit ist in und um Brambach und Schönberg abgebaut worden. Ins Vogtland kamen auch die mit Scheuersand handelnden Sandmänner u.-frauen.
    Bei meinen Recherchen dazu fand ich die vorangestellte tragische Schilderung, die 1908 im Prager Tageblatt veröffentlicht war. Leider habe ich den originalen Text dort nicht finden können.
    Ist Ihnen aus Ihrer Familiengeschichte dazu etwas überliefert worden? Das wäre eine sehr interesannte Schilderung über die Lebensumstände dieser “Gewerbetreibenden” aus jener Zeit.
    Vielleicht können Sie uns weiterhelfen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ina Skerswetat
    Vogtländisches Freilichtmuseum
    037422/6536

    1. Hallo Frau Skerswetat,

      Vielen Dank für Ihre Nachricht.

      Der Artikel im Prager Tageblatt stammt vom 2. August 1908 (Seite 3).
      Auch in anderen Zeitschriften wurde darüber berichtet.

      In der Frühbußer Gegend gab es den Familiennamen “Kunzmann” wie Sand am Meer, die meisten Familienlinien lassen sich auf die Ortschaft Sauersack zurück verfolgen. Geschichten über einen Sandmann aus der Familie Kunzmann sind uns bisher nicht untergekommen.
      Im Grenzgänger findet sich in Ausgabe 50 (Seite 32) ein Artikel über den Sandmann Erich Köhler.
      Über die Sandmänner aus dem Egerland wird auch in dem Artikel “Der Sandmann als Fabelfigur und Medienstar” berichtet.

      Aufgrund der mangelhaften Daten (in den Anzeigen werden keine Vornamen der Familie genannt) und der Tatsache dass einige Sterbematriken von 1908 aus der Frühbußer und Eger Gegend noch nicht online verfügbar sind, konnten wir bislang keinen Bezug zu einer uns bekannten Familie hestellen. Auch in den Taufregistern konnte ich bisher keine Geburten der beiden Kinder im errechneten Zeitraum finden.

      Freundliche Grüße,
      Gerald Kunzmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.